karl wolff

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Er sprach mit wohltönender Stimme, aber er las seine Lyrik nicht vor, nein, er trug sie vor, er empfand sie nach, er lebte und fühlte sie erneut. Ein glaubhafter Dichter, der schnell das Vertrauen seines Publikums fand, das sich nicht nur von seinen düsteren Zeilen beeindrucken ließ, sondern auch von seinen heiteren.

Münstersche Zeitung, 20.06.1996. Zu: schattentage-lichtjahre.

So erreichte die Stimmung in dem Atelierraum im Laufe des Dichtervortrags eine Intensität, die sich gerade wohltuend vom alltäglichen Gewitter oberflächlicher Reize absetzte. Ohne sich Sentimentalitäten hinzugeben, bemühte sich Karl Wolff um einen Ausdruck, bei dem die Worte nicht direkt über das Ohr den Verstand erreichten.

Westfälische Nachrichten, 20.06.1996.

Das lyrikinteressierte Publikum, das den Weg in die Galerie ADA gefunden hatte, konnte von Text zu Text den Weg eines Lyrikers verfolgen, der sich nicht in literaturwissenschaftliche Schubladen pressen läßt. Was Wolff in schlichtem Ton vortrug, ohne in einen Manierismus zu verfallen, machte ihn weder zum erklärten Naturlyriker, Poppoeten, Dadaisten oder Polit-Dichter, obwohl er von jedem etwas hatte....Waren diese Gedichte von Melancholie und philosophischer Ernsthaftigkeit geprägt, so hatten die vorgestellten Texte aus dem Manuskript „Acht Tage Rom“ eine ungemeine Lockerheit, und was der Autor beabsichtigte, war ihm gelungen. Mit seinen Streifzügen durch Rom trieb er die griechisch-italienische Heiterkeit ins Absurde. Einen novellistischen Schlußpunkt unter die Veranstaltung in der Galerie ADA setze Wolff in seinem kürzestem Gedicht, „Tautologien“, überschrieben.Weißer Schimmel,/schwarzer Rappe,/freie Liebe.

Das freie Wort. Meiningen, 25.09.1997.

Wolffs Wort-Bilder, Spielereien, konkrete Szenen, Aphorismen und Naturbetrachtungen sind kurze, dichte Gebilde. Auf den ersten Blick wirken sie harmlos, einfach, fast banal. Doch dann entfalten sie ihre ganze Stärke, treiben an, in sich zu gehen und in sich hineinzuhorchen. Meist ist ein kleines Augenzwinkern dabei („Die Schönheit italienischer Frauen/hat etwas Demokratisches“)oder ein volles Blinzeln wie bei „Ideen, Lebenshilfe, Proletariat,/Trostmarkt, Dithyramben/blaue Blumen, Melos/Philadelphia-Quark“.

Münstersche Zeitung, 21.06.2001. Zu: Taomina.

Sprachgewaltig (aber ohne schwülstiges Pathos), leidenschaftlich (aber immer mit einem Hauch Ironie), zauberte die entspannte Melancholie einer warmen Sommernacht in den Saal. Wolffs Gedichte sind eine extatische und moderne Ode an das Leben und die Schönheit der Unvollkommenheit.... Den Widersprüchlichkeiten des Seins begegnet er mit den asiatischen Denkweisen des Tao einerseits und mit dem linearen Bewußtsein der westlichen Philosophie andererseits, ohne dabei diesen Widerspruch aufheben zu wollen. Trotz ihres gedanklichen Tiefgangs bleibt die Sprache der Gedichte und Nicht-Gedichte leicht, durchsetzt mit Wortspielen, inhaltlichen Überraschungsmomenten bis hin zu sprachlichen Absurditäten. Seine Sprache und seine Sprachlosigkeit verweben sich zu einer Reise durch das Bewusstsein, um am Ende wieder dort anzukommen, wo alles begann - am frühen Sommermorgen in Florenz. Der Abend füllte sich von Gedicht zu Gedicht mit einer atmosphärischen Intensität, die jenseits des Vortrags zu entstehen schien.

Katrin Jargsdorf. In: Westfälische Nachrichten, 21.06.2001.

Karl Wolff arbeitet im Sinne Arno Schmidts als „Wortmetz“, das heißt, er klopft die Bedeutung eines Wortes genau ab, kalkuliert die Konnotationen mit ein, vertraut überdies der emotionalen Wirkung oder bildet ein neues Wort...

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